Die Imkerei-AG am Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg

Betreuer:     Alexander Maier, Stefanie Köber
Termine:      Wöchentlich Di. 1400 – 1530 Uhr,
Treffpunkt:   Eingangsbereich des EBG (Foyer)

 

Die Entstehungsgeschichte unserer Imkerei-AG

Am Eugen-Bolz-Gymnasium gibt es seit 1990 eine Imkerei-AG. Unsere Bienenhaltung zählt damit sicher zu den am längsten existierenden Schulimkereien des Landes. Sie wurde von Walter Neef und Robert Augustin-König über viele Jahre aufgebaut und ist inzwischen ein fester Bestandteil des Schullebens. Bei Schulfesten und Elternabenden verkaufen wir Honig, Bienenwachs-Kerzen und andere Bienenprodukte. Im Altbau haben wir einen eigenen Raum zum Schleudern und Lagern von Honig. Die Kerzen gießen wir in der Werkstatt der Schule und für andere Arbeiten nutzen wir unsere Biologie-Fachräume. Momentan wird die Imkerei-AG von Stefanie Köber und Alexander Maier geleitet. Unsere Bienenvölker stehen auf dem Schuldach und werden von Schülerinnen und Schülern der AG betreut. Dort sind die Völker ohne lange Anfahrtswege erreichbar und stören nicht den Schulbetrieb.

 
Die Bienenvölker der Imkerei-AG auf dem Flachdach unserer Schule.

Die Bienenvölker an der Schule bereichern den Biologie-Unterricht. Während der Sommermonate steht im Schulgarten ein Schauvolk in einer besonderen Beute, die sich seitlich öffnen lässt. Durch Scheiben können dann die Bienen auf den Waben beobachtet werden. Insbesondere im Biologie-Unterricht der sechsten Klasse bietet sich eine Exkursion zu den Bienen an. Geschützt durch Imkeranzüge wagen dann die Schülerinnen und Schüler einen Blick in ein echtes Bienenvolk. Dabei lassen sich Arbeiterinnen und männliche Drohnen unterscheiden. Da die Drohnen keinen Stachel besitzen, können sie gefahrlos in die Hand genommen und „gestreichelt“ werden. Das ist ein eindrucksvolles Erlebnis.

Die Arbeit der Imkerei-AG

Zu Schuljahresbeginn im Herbst müssen die Bienen auf den Winter vorbereitet werden. Dazu gehört die Versorgung mit Winterfutter. Jedes Volk erhält eine Zuckerlösung mit etwa 20 kg Zucker. Daraus stellen die Bienen einen Futtervorrat für den Winter her. Um sicher zu gehen, dass die Völker auch fit für den Winter sind, kontrollieren wir den Befall mit Varroa-Milben. Diese Parasiten vermehren sich in der Brut und müssen das ganze Jahr über immer wieder kontrolliert werden. Entweder werden die Larven in einer Brutwabe gezählt oder es wird ein Schieber unter das Bienenvolk gelegt und aus dem natürlichen Milbenfall die Milbenbelastung abgeschätzt. Übrigens bekämpfen wir an der Schule die Milben ausschließlich mit Methoden, die auch in der Bioland-Imkerei erlaubt sind. Beispielsweise lassen sich Milben durch Waben mit Drohnenbrut anlocken und aus dem Volk entnehmen.
Im Winter gibt es bei den Bienenvölkern nicht viel zu tun. Wenn es kalt wird, rücken die Bienen eng zusammen und bilden eine Wintertraube. Die Königin befindet sich in der Mitte der Wintertraube und wird von ihren Arbeiterinnen warm eingepackt. Durch die Aktivität der Flugmuskulatur können die Arbeiterinnen Wärme abgeben und dadurch die Wintertraube heizen. Selbst tagelange Frostperioden schaden dem Bienenvolk nicht. Im Dezember stellen wir in der Imkerei-AG aus Bienenwachs Kerzen her. Dazu gießen wir flüssiges Bienenwachs in spezielle Formen oder ziehen Kerzen, indem ein Docht immer wieder in flüssiges Bienenwachs eingetaucht wird. Bienenwachs ist auch Bestandteil von Lippenstift, Salben und anderen Kosmetikprodukten, die wir selbst herstellen. So kann die Imkerei-AG neben Honig auch viele andere Produkte bei Elternabenden oder Schulfesten zum Verkauf anbieten. Mit dem Erlös bezahlen wir den Zucker für die Wintereinfütterung und unsere Imkerei-Geräte.


Verkauf von Honig und Bienenwachskerzen


Ab dem Frühjahr gibt es dann viel Arbeit bei den Bienenvölkern. Mit Beginn der Obstblüte legt die Königin immer mehr Eier und der Platz im Bienenstock wird schnell knapp. Die Völker benötigen nun zusätzliche Waben, die in einer dritten Holzzarge aufgesetzt werden. Dort können die Bienen ihren Honig lagern und reifen lassen. Während der Arbeit an den Völkern werden die Arbeiterinnen mit Rauch besänftigt. Dieser sorgt dafür, dass bei den Bienen ein Programm abläuft, das bei einem Waldbrand sinnvoll ist. Die Arbeiterinnen suchen Honigzellen auf und füllen ihren Honigmagen. Solange sind sie abgelenkt und danach weniger stechlustig. Obwohl unsere Bienen recht sanftmütig sind, haben wir für alle Schülerinnen und Schüler der AG natürlich Schutzanzüge. Diese erinnern an Astronauten-Anzüge und schützen vor allem das Gesicht vor Stichen.
In einem Bienenvolk gibt es viel zu entdecken. Neben den einigen zehntausend Arbeiterinnen und der Königin findet man im Volk auch hunderte männliche Drohnen. Diese haben mehr Haare und größere Komplexaugen als die Arbeiterinnen. Die Königin hat einen langen Hinterleib und kann an einem Tag bis zu 2000 Eier legen. Mit etwas Glück lassen sich Arbeiterinnen bei ihren Bienentänzen oder beim gegenseitigen Füttern beobachten.


Arbeit bei den Bienen


Im Mai kann normalerweise der erste Honig geschleudert werden. Reifer Honig lässt sich daran erkennen, dass die Zellen mit Wachsdeckeln verschlossen sind. Diese müssen erst mit einer speziellen Gabel abgenommen werden, bevor die Honigwaben geschleudert werden. Damit ein besonders cremiger Frühjahrshonig entsteht, rühren wir diesen regelmäßig und füllen ihn schließlich in Honiggläser ab.

Wir sind stolz auf unseren Schulhonig. Er ist ein schönes Ergebnis der Zusammenarbeit von Mensch und Tier.


Text und Fotos: Alexander Maier 2017

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